Warum ich nicht auf Facebook bin
Über Verschwiegenheit, Schutzraum und professionelle Integrität
Ich werde immer wieder gefragt, warum ich als selbstständige Lebens- und Sozialberaterin und Mediatorin nicht auf Facebook präsent bin.
Gerade in Zeiten, in denen Sichtbarkeit als Maßstab für Erfolg gilt, wirkt ein bewusster Verzicht fast ungewöhnlich.
Meine Antwort ist einfach – und sie hat mit meinem Berufsverständnis zu tun.
Ich arbeite in einem Feld, das von Vertrauen lebt.
Menschen
kommen zu mir mit sehr persönlichen Themen: mit Beziehungskrisen,
Trennungsschmerz, inneren Konflikten, Überforderung, Sinnfragen oder
familiären Spannungen.
Was hier ausgesprochen wird, braucht Schutz.
Verschwiegenheit ist mehr als eine gesetzliche Pflicht
Als psychosoziale Beraterin unterliege ich der
Verschwiegenheit.
Doch für mich ist sie nicht nur eine rechtliche
Vorgabe, sondern eine innere Haltung.
Ein geschützter Raum entsteht nicht allein durch vier Wände.
Er
entsteht durch Verlässlichkeit.
Durch Diskretion.
Durch
Klarheit im Umgang mit persönlichen Informationen.
Soziale Medien funktionieren anders.
Sie leben von
Öffentlichkeit, Vernetzung, Interaktion und Datensammlung. Selbst
bei größter Sorgfalt bleibt ein Restrisiko: unbeabsichtigte
Rückschlüsse, algorithmische Vermischung von privaten und
beruflichen Kontakten, Datenweitergabe durch Dritte.
Für einen Beruf in Vertrauensstellung ist diese Grauzone nicht stimmig.
Schutzraum statt Dauerpräsenz
In meiner Arbeit geht es um Tiefe, nicht um Reichweite.
Ein Beratungsgespräch ist kein Content.
Eine Mediation ist
kein Beitrag.
Ein Vertrauensverhältnis ist kein digitales
Netzwerk.
Ich möchte, dass meine Klientinnen und Klienten wissen:
Was hier besprochen wird, bleibt hier.
Diese Haltung umfasst auch meine eigene digitale
Zurückhaltung.
Ich muss nicht überall sichtbar sein, um
professionell zu arbeiten.
Und ich definiere meinen Wert nicht
über Likes oder Follower.
Existenzanalytische Perspektive: Ein bewusstes Ja
Aus existenzanalytischer Sicht ist die Entscheidung gegen Facebook kein Verzicht, sondern ein bewusstes Ja:
Ja zu Schutz und innerem Halt.
Ja zu echter Beziehung statt digitaler Inszenierung.
Ja zur Wahrung der eigenen Integrität.
Ja zu Konzentration auf das Wesentliche – die Begegnung mit dem Menschen vor mir.
Ich schaffe damit einen klaren Rahmen – für mich und für die Menschen, die meine Begleitung in Anspruch nehmen.
Diskretion als Qualitätsmerkmal
In einer Zeit permanenter Selbstvermarktung ist Zurückhaltung manchmal ein stilles Qualitätsmerkmal.
Nicht alles muss öffentlich sein, um wirksam zu sein.
Nicht
jede Professionalität braucht digitale Dauerpräsenz.
Meine Aufgabe ist es, einen stabilen, vertrauensvollen Raum zu bieten – in meiner Praxis in Wien-Umgebung sowie online.
Und genau dafür entscheide ich mich. Bewusst.
Wenn Sie sich Begleitung in einem geschützten, klar strukturierten Rahmen wünschen, freue ich mich über Ihre Kontaktaufnahme.
Praxis in Wien-Umgebung (Gablitz, Purkersdorf, Tulln, Pressbaum, Mauerbach) sowie Online-Beratung im deutschsprachigen Raum.
Vertrauen beginnt mit einem sicheren ersten Schritt.

