BURNOUT


Burnout
Burnout

Wer sich mehr als die Hälfte seiner Zeit mit Dingen beschäftig, die er nicht gerne tut, nicht mit dem Herzen bei der Sache ist oder keine Freude daran hat, muß früher oder später mit einem Burnout rechnen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat im Sommer vergangenen Jahres erstmals Burnout als Krankheit anerkannt. Mit dieser Entscheidung legen die Experten eine Definition vor, in der sie das Phänomen auf "chronischen Stress am Arbeitsplatz" zurückführen. Die neue Klassifikationsliste mit dem Namen ICD-11 soll im Januar 2022 in Kraft treten.

Damit ist auch endlich damit aufgeräumt, dass Burnout nur eine Modeerscheinung sei.

Burnout als Störung in der zweiten Grundmotivation ist ein typisches Symptom unserer Zeit, geprägt von Hektik, Leistung und Konsum, schneller, höher, besser. Ein nährreicher Boden für Beziehungslosigkeit und Unverbindlichkeit und einer gewissen Abgehobenheit von der Wirklichkeit.

Ganz knapp erklärt, ist Burnout das Ausgebranntsein nach einem Leben oder Lebensabschnitt, in dem der eigene Sinn nicht vorkommt, da hilft auch kein Wellnesswochenende. Wenn man nur für andere arbeitet und selbst nichts davon hat, wird man innerlich leer, ohne Inhalt, daher empfindet man das Dasein auch nicht mehr als lebenswert.

Manche kennen das auch mit den Ausdrücken Hingabe und Hergabe. Sich einer Sache oder einem Menschen hingeben ist wunderbar und erfüllt einen.

"Dafür geb ich mich nicht her" formulieren wir, wenn wir etwas nicht wollen, für nicht nützlich halten. Aber genau auf diesem Weg bzw mitten drin befindet sich der Burnout-Klient bzw -Patient.

Burnout ICD-11
Burnout ICD-11

Ein Mensch mit Burnout sieht keinen existentiellen Sinn bzw Erfüllung in dem, was er tut. Er arbeitet zwar, erlebt seine Tätigkeit aber ohne Sinn und Wert, er erlebt etwas Wertloses, deshalb kann er sich an dem Erwirtschafteten nicht freuen, obwohl er sich angestrengt hat. Und nachdem er für sich selbst nichts geschaffen hat, ist ihm auch eine Erholung vom Stress nicht möglich. Dies tagtäglich, ohne Entspannung, die bei ihm nicht ankommt, lässt ihn "ausbrennen".

Existenzanalytisch unterscheidet man in der zweiten Grundmotivation Eigenwert (Sinn) von Nutzwert (Zweck).

Die Sache, an der der Mensch arbeitet, macht ihm keine Freude, bringt ihm persönlich keine Erfüllung, ist nur Mittel zum Zweck und hat daher nur einen Nutzwert. Diese Einstellung, nämlich nur Tätigkeiten als Mittel zum Zweck ohne Eigenwert (= sinnlos) auszuüben, geht aber am Sinn des Lebens vorbei, und somit hat diese Person auch keinen Lebens-Wert, weil das Leben ohne (eigenen) Inhalt ist.

Burnout betrifft Psyche und Körper
Burnout betrifft Psyche und Körper

Diese Inhaltslosigkeit, auch "existentieller Mangel" genannt, beeinflußt neben der Grundstimmung, der inneren Haltung und Entscheidungen auch die Seele.

Und ist die Seele betroffen, meldet sich auch der Körper; Erschöpfung, Angst, Unzufriedenheit, Sinnlosigkeit, Energiemangel, chronische Müdigkeit, Hilflosigkeit, Schlafstörungen, sozialer Rückzug und dadurch Verlust von Beziehungen, Sucht und Krankheiten sind die Folge.

Burnout verschlimmert sich unbehandelt, Freudenberger beschreibt den Entwicklungsprozess in 12 Phasen, die vom Zwang, sich zu beweisen über Verdrängung von eigenen Bedürfnissen und Konflikten über Verleugnung der Probleme und Rückzug (innere Leere) bis hin zum völligen geistigen und körperlichen Zusammenbruch führen.

Neben Therapie und Beratung helfen auch Entspannungstechniken und Coaching im Zeitmanagement. Das soziale Umfeld und auch das Arbeitsfeld müssen den Bedürfnissen des Patienten/Klienten angepasst werden.

Nachdem die Erkrankung aus Sinnlosigkeit resultiert, wird es jedenfalls auch angebracht sein, diese Leere wieder mit Sinn zu füllen.

Existenzanalytisch schaue ich mir mit dem Klienten die Grundmotivationen genau an und wir gehen es dann gemeinsam an, mögliche Defizite aufzufüllen. Die Einstellung zum Leben und die Sinnhaftigkeit des eigenen Daseins müssen wiedergefunden und integriert werden!


PRÄVENTION


Beratung Burnout Prävention
Beratung Burnout Prävention
Um einem Burnout vorzubeugen, ist es sehr vernünftig, einen guten Teil seines Alltags damit zu verbringen, Dinge zu tun, die man gerne macht und die man für sinnvoll hält. Sinnerfüllung ist die beste Prävention vor Burnout. Wichtige Voraussetzung zur Sinnerfüllung ist jedoch, dass die ersten drei Grundmotivationen gut erfüllt sind.

In einer Beratung kann man das gut feststellen.

Pflegen Sie Ihre Kontakte, Verbringen Sie Zeit mit Ihrer Familie, bewegen Sie sich an der frischen Luft, legen Sie sich ein Hobby zu, nicht weil es in oder hip ist, sondern weil Sie einfach Freude daran haben! Nehmen Sie sich eine Auszeit! Wenn Sie mit Ihrem Zeitmanagement nicht gut zurechtkommen, lassen Sie sich coachen!

Übrigens ist die Erkrankung an Burnout ein längerer Prozess, man erkrankt nicht plötzlich, wenn man das Hinuntertragen vom Restmüll oder das Zimmeraufräumen für nicht sinnvoll hält.

Mein persönlicher Tipp: Achten Sie gut auf sich!

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