SUCHT


Die Sucht (Sucht kommt von "siechen") ist eine Abhängigkeit, angewiesen auf Substanzen (körperlich) oder Verhaltensweisen (psychisch). Und diese Abhängigkeit macht unfrei, weil man wiederholt etwas nicht tun kann, was einem eigentlich sinnvoll bzw wertvoll erscheint.

Es gibt viele Gründe eines Suchtverhaltens; den mangelnden Sinn im Leben oder den Verlust des Sinnes, zu wenige oder gar keine Werte, Erlebnissucht (Hunger nach Leben), Ängste und Mängel, die das natürliche Werterleben blockieren.
Auch ein labiler oder geringer Grundwert - "Mag ich mein Leben?" - und ein negativer Selbstwert können in die Sucht führen.

Sucht ist im Gegensatz zu vielen Meinungen kein Unvermögen, dass man etwas nicht lassen kann, sondern ein Zustandsbild und bedarf Therapie und Beratung.


PHASEN DER SUCHT

- Man engt sich immer mehr ein, indem man ständig an den Reiz der bzw Wirkung des Suchtgegenstands denkt; diese Wiederholungen bilden einen sogenannten Scheinwert, spiegeln eine unreale Welt vor.

- Dann wird die Wichtigkeit dieses Scheinwertes mitsamt dem kurzfristig erleben Lustgefühls wird als so hoch empfunden, dass alle anderen Werte nebensächlich werden. Damit geht die personale Freiheit verloren, und es wird alles unternommen bzw unterlassen, um den Scheinwert aufrechtzuerhalten.


In der existenzanalytischen Begleitung (zur Therapie) soll eine Beziehungsaufnahme zum leidenden ICH (2. GM) und der Anerkennung dieses ICHs durch sich selbst (Selbstbild - 3. GM) erfolgen, damit die Bedürfnisse und Defizite fühlbar werden. Es ist daher wichtig, die Not anzunehmen und sich nicht leidvermeidend von der Welt abzuwenden.
Süchtige leben meistens in der Haltung: Anstatt etwas in der Realität zu verändern, lieber die Wahrnehmung bzw die Vorstellung der Realität zu verändern, um es angenehmer zu haben. Sie gehen nicht in Kontakt mit der Realität, vermeiden die Berührung mit ihr - weil es zu wehtun, zu viel fordern könnte. - Diese Haltung soll durch unbedingten Realismus zur Süchtigkeit konfrontiert und therapeutisch und durch Begleitung gestützt werden.

In der Therapie und Beratung bzw Begleitung soll ein fühlender Wertbezug wiederhergestellt werden. Dafür sind alle Formen geeignet, die das Werterleben steigern können, wie Maltherapie, Sport und Bewegung, Körpertherapie, Musiktherapie usw.

Die Patienten sollen darin lernen, gute Stimmung und Zufriedenheit aus sich heraus zu erfahren, ohne auf äußere Stimulanzien wie Alkohol, Drogen, Glücksspiel, Computer etc angewiesen zu sein.


Der Fokus der existenzanalytischen Beratung bzw Begleitung bei der Sucht richtet sich zentral auf die Person und fokussiert dabei ständig die innere Zustimmung, die auf der Basis des Erlebens stimuliert und eingeholt wird. Als Grundlage für diese Vorgangsweise dient die Methode der Personalen Existenzanalyse (PEA), das ist ein Beratungsmodell, bei dem die Person erreicht wird mit dem Ziel der Selbstannahme ohne Fremdinterpretation, etwas Neues mit Bestehendem in Beziehungs zu bringen und einen Willen zum Sinn zu finden.

Entlang der Strukturen der vier personal-existentiellen Grundmotivationen (GM) bedeutet das:

1. GM: sich in seiner Schwäche sehen und auf die Realität Bezug nehmen

2. GM: Beziehung zu sich selbst

3. GM: Würde, Erhalt der Freiheit und erleben der Kraft des Entscheidens

4. GM: Sinn seiner Handlungen sehen, Orientierung zu haben


Das wahrhafte Zu-sich-Stehen gibt langsam den Anstoß zu Veränderung, die aus dem Klienten/Patienten wachsen kann.

Die vier Grundmotivationen blumig dargestellt.
Die vier Grundmotivationen blumig dargestellt.

Als Begleitung bin ich meinem Klienten und Therapie-Patienten wohlwollende Verbündete im Umgang mit der Sucht.

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